Sich austauschen, Kontakte knüpfen und neue Informationen erhalten – dies stand am 18. Juni 2026 beim Vernetzungstreffen des KSL.Düsseldorf im Bürgerhaus in Düsseldorf-Benrath im Mittelpunkt. Gut 40 Mitarbeiter*innen von EUTBs, KoKoBes, SPZs sowie Verfahrenslots*innen folgten der Einladung.
Clearingstelle Impfschäden
Robert Küll und Christian Fritsch, Mitarbeiter der Clearingstelle „Impfschäden“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, stellten die Clearingstelle vor und informierten zum Krankheitsbild „Post-Vac bzw. ME/CFS“.
Unter dem Begriff Post-Vac-Syndrom werden vielfältige, länger andauernde Beschwerden zusammengefasst, die nach einer COVID-19-Impfung auftreten können und den Symptomen von Long COVID stark ähneln. Post-Vac führe oft zu ME/CFS und die Krankheitsbilder ähneln sich teilweise sehr, so die Referenten.
Betroffene seien oftmals sehr empfindlich gegenüber Reizen, litten an anhaltender Erschöpfung, Schlafstörungen und am chronischen Fatigue-Syndrom. Häufig könnten sie sich nur im abgedunkelten Raum, abgeschottet von jeglichen Reizen, aufhalten. Sie seien oftmals auf sich allein gestellt, nur wenige Ärzte hätten gute Kenntnisse zum Krankheitsbild. Auch im Zusammenhang mit Therapien, Kostenübernahmen von Krankenkassen und Begutachtungen, um beispielsweise einen Grad der Behinderung oder Pflegegrad anzuerkennen, gäbe es viele Probleme, betonten die Referenten. Einhergehend mit der Krankheit gehe der Arbeitsplatz häufig verloren, folglich komme es häufig zu finanziellen Problemen und sozialer Isolation.
Personen oder dessen Angehörige, die aufgrund einer Erkrankung im Zusammenhang mit einer Corona-Schutzimpfung Probleme mit der medizinischen Versorgung oder der Bearbeitung Ihrer Anträge wirtschaftlicher oder sozialer Art haben, könnten sich an die Clearingstelle wenden. Die Clearingstelle prüfe, was im Einzelfall hilfreich sein kann und welche Unterstützung sie bieten kann. Beispielsweise helfe sie bei der Klärung und Bearbeitung behördlicher Angelegenheiten. Voraussetzung sei ein Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen.
Darüber hinaus betreibe die Clearingstelle Netzwerkarbeit, sensibilisiere hinsichtlich des Krankheitsbildes und sei bestrebt, Akzeptanz für die Erkrankung bei verschiedenen Zielgruppen zu schaffen.
Die Ausführungen von Christian Fritsch und Robert Küll wurden von Nachfragen und Diskussionen der Teilnehmer*innen rege begleitet. Die KSL.NRW planen, Inhalte zum Thema und zur Tätigkeit der Clearingstelle zu bündeln und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Beratung an der Schnittstelle von Pflege und Eingliederungshilfe
Im zweiten Teil des Vernetzungstreffens referierte Ulrike Häcker, Sozialjuristin und Projektmitarbeiterin beim KSL.Detmold, zum Thema „Teilhabe sichern trotz Systemgrenzen: Beratung an der Schnittstelle von Pflege und Eingliederungshilfe“.
Zunächst stellte die Referentin die Eingliederungshilfe vor. Unter anderem ging sie auf Aufgaben, leistungsberechtigte Personen, Grundprinzipien, Leistungsgruppen, Zuständigkeiten und das Gesamtplanverfahren/Bedarfsermittlungsintstrument (BEI_NRW) ein.
Anschließend gab sie einen Überblick zur Pflegeversicherung: Aufgaben, leistungsberechtigte Personen, Art und Umfang der Leistungen und Ermittlung des Pflegebedarfes. Daran anknüpfend stellte Ulrike Häcker Möglichkeiten der Bedarfsdeckung durch Verzahnung der Leistungen in unterschiedlichen Zusammenhängen (in der eigenen Häuslichkeit, in besonderen Wohnformen und in Pflegeeinrichtungen) vor.
Die Mitarbeiter*innen der Beratungsstellen diskutierten rege über das Thema und brachten zahlreiche praktische Beispiele aus ihrer täglichen Arbeit mit ein.
Neben zahlreichen Informationen bot das Vernetzungstreffen Raum zum Kennenlernen und persönlichem Austausch. Das nächste Vernetzungstreffen des KSL.Düsseldorf ist für den 8. Oktober 2026 geplant.

Auch die Broschüren der KSL-Konkret-Schriftenreihe fanden regen Anklang.
(Bannerbild oben: Blick in den Saal mit zahlreichen Teilnehmer*innen in Düsseldorf-Benrath. Vorne: Referentin Ulrike Häcker, Sozialjuristin und Mitarbeiterin beim KSL.Detmold).