Die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben (KSL) NRW setzen sich seit fast zehn Jahren für die selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen in NRW ein. Ein Arbeitsschwerpunkt bildet die strukturelle Beratung. Gefördert werden die KSL aus Landesmitteln und Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).
Die G.I.B. (Gestaltung, Innovation und Beratung in der Arbeits- und Sozialpolitik GmbH) hat die KSL.NRW evaluiert und schwerpunktmäßig die Wahrnehmung der KSL durch ihre Stakeholder untersucht.
Im Rahmen einer Online-Befragung wurden die kommunalen Inklusions- bzw. Behindertenbeauftragten und -beiräte, Akteure der Landschaftsverbände, die Berater*innen der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) sowie weitere Akteure befragt. Der Fokus der Befragung richtete sich auf die Bekanntheit der KSL, Strukturen der Inanspruchnahme ihrer Dienstleistung, die Zufriedenheit der Stakeholder sowie die Wahrnehmung der Wirkungen der Arbeit der KSL.
Einige Ergebnisse werden im Folgenden zusammenfassend dargestellt:
(Quelle: Evaluation der KSL)
- Die KSL waren den meisten Teilnehmer*innen der Befragung bekannt und die meisten der befragten Stakeholder haben Angebote der KSL genutzt.
- Die befragten Stakeholder nutzten insbesondere Publikationen, Netzwerkarbeit und Veranstaltungen. Zudem wurden Beratungsleistungen, Schulungen, Gremienarbeit und juristische Hilfe in Anspruch genommen. Insbesondere wurde die Bedeutung der Netzwerkarbeit der KSL besonders oft positiv erwähnt; auch in der Wahrnehmung der KSL wird die Erschließung neuer Netzwerke als essenziell für die eigene Arbeit wahrgenommen.
- Die Zufriedenheit der befragten Akteure mit den KSL und ihren Angeboten ist hoch und die Arbeit der KSL wurde in allen untersuchten Aspekten als wirksam beurteilt: hinsichtlich der Erweiterung fachlichen Wissens, der Förderung der Vernetzung mit anderen Akteuren, der Anwendbarkeit von Informationen in der Praxis, des Beitrags zur Stärkung der Inklusion im eigenen Arbeitsbereich und des Mehrwerts für die eigene praktische Arbeit.
- Der regionale Bezug ist wichtig, um den Aufbau und die Stabilität von Netzwerken zu sichern.
- Am häufigsten wurden Themen der Persönlichen Assistenz bzw. des Persönlichen Budgets, der Barrierefreiheit sowie rechtliche Fragestellungen mit den KSL bearbeitet.
- Hervorgehoben wurden unter anderem die Fachkompetenz, das breite Themenspektrum der KSL und der Peer-Counseling-Ansatz.
- Die Arbeit der KSL trägt dazu bei, dass die Inklusion von Menschen mit Behinderung im eigenen Arbeitsbereich gestärkt wird.
- Zahlreiche Stakeholder äußerten Anerkennung und Dankbarkeit für die Arbeit der KSL und gaben an, dass sie zufrieden mit der Arbeit der KSL sind und sich gut unterstützt fühlen. In einer Rückmeldung wurde die KSL als „Wissensinstanz“ bezeichnet.
- Der Output der KSL, insbesondere hinsichtlich der Vernetzung, Reichweite und thematischen Vielfalt, sowie das Ergebnis in Form der gemessenen Wirkungen erscheinen vor dem Hintergrund der Zahl der finanzierten Personalstellen außerordentlich hoch.
Das KSL.Düsseldorf freut sich über die Ergebnisse: „Die Evaluation durch die G.I.B. zeigt, dass wir unseren Arbeitsauftrag der strukturellen Beratung erfolgreich erfüllen. Es ist schön, wenn man die Erfolge der eigenen Arbeit von unabhängiger Stelle bestätigt bekommt. Für uns ein Ansporn, in unseren Bemühungen nicht nachzulassen,“ so Jörg Rodeike, Projektleiter des KSL.Düsseldorf. „Wir sind sehr dankbar für die langjährige Förderung und werden uns auch in Zukunft gemäß unseren Zielen für mehr Inklusion und Selbstbestimmung in Nordrhein-Westfalen einsetzen.“
Hier geht es zum Abschlussbericht: https://gib.nrw.de/wp-content/uploads/2026/02/GIB-Beitraege_2026-05_Evaluation_Kompetenzzentren.pdf