KulturTandem Krefeld
KulturTandem Krefeld

KulturTandem 2019: Inklusives Festival gastiert in Krefeld

Das Festival findet jedes Jahr in einer anderen Stadt des Regierungsbezirks statt, 2017 Wuppertal, 2918 Düsseldorf und dieses Jahr in Krefeld. Das KSL hat intensiv mit lokalen Kultureinrichtungen und Künstler*innen kooperiert und ein spannendes und vielfältiges Programm zusammengestellt.

Eröffnet wird das KulturTandem mit Werken verschiedener Komponisten der klassischen Musik: Panflötist Matthias Schlubeck und Harfenistin Isabel Moreton verzaubern am 31. Oktober um 20 Uhr die Zuhörer*innen in der St. Josef Kapelle, Tannenstraße 138.

Kunstliebhaber*innen kommen beim Kunstprojekt von Monika Nelles voll auf ihre Kosten: In der Mediothek am Theaterplatz können die Besucher*innen Ergebnisse eines Workshops zu spontanem, assoziativem Umgang mit Sprache sehen. Die Vernissage findet am 14. November um 18 Uhr statt.

Freund*innen des Kabaretts sind am 19. November um 20 Uhr in die Fabrik Heeder, Virchowstraße 130, herzlich eingeladen. Martin Fromme stellt Teile seines neuen Programms „Glückliches Händchen“ vor. Smartphone-Junkie Volker Diefes drückt die Reset-Taste und findet Zuflucht und Entschleunigung im Theater.

Auch alle anderen Veranstaltungen versprechen beste Unterhaltung.

Iris Colsman, Leiterin des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt Leben Düsseldorf und Initiatorin des Festivals betont: „Das KulturTandem dient der Bewusstseinsbildung und zeigt, wie Inklusion gelingt.“ Künstler*innen mit und ohne Beeinträchtigung arbeiten miteinander und erschaffen gemeinsam Neues. Die Sprache der Kunst ist universell und eignet sich daher besonders für das Ziel das die Kompetenzzentren verfolgen: Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu fördern und Inklusion zu stärken!

Die Veranstaltungsorte liegen größtenteils zentral in der Krefelder Innenstadt und bilden einen stimmungsvollen Rahmen für die kulturellen Programme. Sie sind barrierefrei und Gebärdensprachdolmetscher*innen unterstützen vor Ort. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Weitere Informationen und alle Termine gibt es unter www.ksl-duesseldorf.de/kulturtandem

 

Mehr politische Partizipation wagen
Mehr politische Partizipation wagen

Wie werde ich Politiker*In?

Das Seminar ermutigte Menschen mit Beeinträchtigungen dazu, selbst aktiv Mandate anzustreben - sei es in den kommunalen Räten, für den Landtag, für den Bundestag oder das Europäische Parlament. Jörg Rodeike, Referent beim KSL, führte in die gesetzlichen und politischen Grundlagen ein. Anschließend wurden in persönlichen Gesprächen und Diskussionen konkrete Wege in die Politik aufgezeigt und praxisgerechte und individuell abgestimmte Perspektiven erarbeitet.  In einem regen Austausch erfuhren die motivierten Teilnehmer*innen, wie erste Schritte in die Politik aussehen können.

Das KSL Düsseldorf wird den Austausch auch in Zukunft fördern und plant weitere Seminare. Zudem setzt es sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung ihre Interessen in der Politik besser vertreten können. So unterstützen wir auch bei der Einrichtung von Behindertenbeiräten in Kommunen.

Claire Cunningham
Claire Cunningham

Claire Cunningham: Thank you very much

Das Tanzhaus NRW öffnet den roten Vorhang und heißt die Besucher*innen herzlich willkommen in der glitzernd-mysteriösen Welt der professionellen „Tribute Artists“, den Doppelgängern bekannter Popstars. Die Künstler schlüpfen in ihre Haut und imitieren ihre Idole durch deren Gestik, Mimik, Stimme und Kostüme bis ins kleinste Detail. Für einen Blick in diese Welt laden die schottische Choreografin Claire Cunningham und ihr internationales Ensemble aus renommierten Künstler*innen mit Behinderung ins Tanzhaus NRW ein.

„Thank you very much“ ist ein Abend, der sich aus den Erfahrungen des Ensembles speist. Durch die Brille der Doppelgänger nimmt das Ensemble in funkelnden Kostümen den Mythos des idealen Körpers auseinander. Mit dem für Claire Cunningham typischen Humor und ihrer Authentizität hinterfragt sie gesellschaftliche Auffassungen von Normalität.

Claire Cunningham ist Factory Artist am Tanzhaus NRW und Residenzkünstlerin bei The Place in London. Bereits beim inklusiven Festival KulturTandem vergangenes Jahr in Düsseldorf begeisterte sie mit ihrer Darbietung zahlreiche Zuschauer*innen. Ihre Arbeit ist von der Auseinandersetzung mit ihrer Körperlichkeit und dem Gebrauch ihrer Krücken geprägt. Indem sie deren ursprünglichen Zweck erweitert, schafft sie mit ihnen als Partner und Agent eine eigene Bewegungstechnik.

Veranstaltungstermine:
Freitag, 11.10.2019, 20:00 Uhr
Samstag, 12.10.2019 20:00 Uhr (mit Audiodeskription)
Sonntag, 13.10.2019 15:00 Uhr (mit Deutscher Gebärdensprache, anschließend Gespräch „Choreography of Care: Training and Trying to Crip the Ideal“, veranstaltet von kubia, auch mit Deutscher Gebärdensprache)

Dauer: 90 Min. / in englischer Sprache / Einlass ab 30 Min. vor Vorstellungsbeginn

Weitere Infos: https://www.clairecunningham.co.uk

Podiumsdiskussion Rehacare
Podiumsdiskussion Rehacare

Kultur fördert inklusive Gesellschaft

Auf dem Podium tauschten Malerin Anette Jablonski, Schauspielerin Flora Li, Malerin und Kunstpädagogin Gisela Kettner, Tänzer Dodzi Dougban sowie Gottfried Paul-Roemer, Geschäftsführer der Akademie der inklusiven Künste Glanzstoff, ihre Erfahrungen aus.

Zu Beginn der lebhaften Diskussion hob Moderation Iris Colsman, Leiterin des KSL Düsseldorf die UN-Behindertenrechtskonvention hervor: Der Staat habe sich mit ihrer Unterzeichnung verpflichtet, Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit zu geben, ihr kreatives, künstlerisches und intellektuelles Potenzial frei zu entfalten (§ 30 UN-BRK).

Diesen Gedanken griff Annette Jablonski auf und betonte, dass sie mit ihren Bildern ihre Gefühle ausdrücke. Auch Gisela Kettner berichtete, dass Kunst ein wichtiges Element ihres Lebens sei. In der Arbeit mit Menschen mit Behinderung sieht sie einen Gewinn und lud alle Interessierten ein, ihr Atelier in Wuppertal zu besuchen.

Flora Li besucht seit einiger Zeit das Studio der Wuppertaler Bühnen mit der Glanzstoff Akademie der inklusiven Künste. Auf der Bühne könne sie alle Barrieren und ihre Behinderung ausblenden, erläutert die engagierte Schauspielerin. Dort bekommt sie eine Vollzeitausbildung im Bereich Schauspiel zusammen mit weiteren behinderten und nicht-behinderten Talenten. Gottfried Paul-Roemer, Geschäftsführer von Glanzstoff, hob in diesem Zusammenhang die enge Kooperation der Akademie mit den Wuppertaler Bühnen und die hochkarätigen Aufführungen hervor. Die Akademie wurde im vergangenen Jahr mit dem Von der Heydt-Kulturpreis der Stadt Wuppertal ausgezeichnet.

Dodzi Dougban, Tänzer und Kursleiter im Tanzhaus NRW erzählte von seinen positiven Erfahrungen zwischen Hörenden und Gehörlosen: Zu Beginn seiner Tanzkarriere habe er die Körpersprache anderer Tänzer imitiert und das fehlende Gehör sei keine Barriere auf der Bühne.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass Kunst und Kultur die Kommunikation zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung fördere und somit zu einer inklusiven Gesellschaft beitrage. Gleichzeitig betonte Gottfried Paul-Roemer, dass es für Menschen mit Behinderungen derzeit kaum Möglichkeiten gebe, in Ausbildungen zu gehen, Akademien und Kursangebote sowie Studienangebote wahrzunehmen. Hier fordert er neue Lösungen und konsequentere Einhaltung der Rechte, die sich aus § 30 der UN-BRK ableiten.

 

Fachtag Kooperation statt Konkurrenz
Fachtag Kooperation statt Konkurrenz

Kooperation statt Konkurrenz!?

Rund 300 Expert*innen von Beratungsangeboten für Menschen mit Behinderungen kamen am 20. September 2019 zur Fachtagung „Kooperation statt Konkurrenz!?“. Sie diskutierten und entwickelten Vorgehen für eine kooperativere Beratungslandschaft in Nordrhein-Westfalen.

„Ich freue mich, dass die Akteure der Beratungslandschaft für Menschen mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen erstmals zusammenkommen, um sich auszutauschen und sich zu vernetzen“, eröffnete Anselm Kipp die Veranstaltung. Der Gruppenleiter in der Abteilung Soziales im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) begrüßte die rund 300 Gäste der Fachtagung, zu der das Ministerium und die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben NRW (KSL NRW) im Umfeld der ‚REHACARE‘ auf der Düsseldorfer Messe erstmalig eingeladen hatten. Das Ziel: allen Teilnehmenden Überblick und Transparenz in einer vielschichtigen Beratungslandschaft zu geben, damit die Angebote besser vernetzt und Menschen mit Behinderungen bestmöglich beraten werden.

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) hat wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Beratung für Menschen mit Behinderung gesetzt. So sollen durch neue Angebote wie der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung selbstverständliche Lebensrealität werden. Doch eine wirkliche Verbesserung für selbstbestimmtes Leben und eine inklusive Gesellschaft stellt sich nur ein, wenn die unterschiedlichen Beratungsangebote in einer Region sinnvoll vernetzt werden. „Selbstbestimmung heißt: der ratsuchende Mensch mit Behinderung ist entscheidend, und nicht das Interesse der Beratungseinrichtungen oder deren Träger“, sagt Marcus Windisch, Leiter der Koordinierungsstelle der Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben (KSL). Prof. Dr. Albrecht Rohrmann von der Universität Siegen mit Forschungsschwerpunkten wie Inklusion, Teilhabeplanung und Behindertenpolitik fasste die Ergebnisse der Veranstaltung so zusammen: „Die Tagung macht deutlich, dass es viele gute Ansätze der Kooperation gibt, sich aber insbesondere die neuen und die etablierten Beratungsstellen auf kommunaler Ebene noch besser miteinander vernetzen sollten.“

Beiräte im KSL
Beiräte im KSL

Treffen der Behindertenbeiräte im KSL

Jörg Rodeike, Mitarbeiter des KSL, erläuterte, wie das Kompetenzzentrum die Beiräte bei politischen Partizipationsprozessen und der Optimierung der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Anschließend informierte Iris Colsman, Leiterin des KSL, über Änderungen, die durch das Bundesteilhabegesetz im Jahr 2020 in Kraft treten.

Die Teilnehmer*innen tauschten gegenseitige Erfahrungen aus den einzelnen Kommunen aus und vernetzten sich untereinander.

Das KSL Düsseldorf wird den Austausch auch in Zukunft fördern und plant weitere Treffen.

 

Rehacare
Rehacare

Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben auf der Rehacare

Die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben (KSL) stellen sich auf der Rehacare in Düsseldorf vom 18. - 21. September 2019 vor. In Halle 6 am Stand D49 der Landesregierung Nordrhein-Westfalen informieren Mitarbeiter*innen der sechs Kompetenzzentren über die aktuellen Projekte, Aufgaben und Ziele.

Die Mitarbeiter*innen freuen sich auf viele gute Gespräche mit zahlreichen Besucher*innen aus dem In- und Ausland. Zudem liegen verschiedene aktuelle Publikationen der Kompetenzzentren - beispielsweise zum Persönlichen Budget oder zum Einkommen und Vermögen in der Eingliederungshilfe – am Stand bereit. Die Broschüren und Flyer gibt es teilweise auch in leichter Sprache und können kostenlos mitgenommen werden.

Die Rehacare ist von Mittwoch bis Freitag (18. - 20. September 2019) von 10 bis 18 Uhr und am Samstag (21. September 2019) von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Weitere Infos gibt es unter www.rehacare.de
 

 

Demonstration RISG
Demonstration RISG

Stoppt den Spahn-Sinn

Aufruf zur Demonstration gegen das  Rehabilitations- und Intensivpflegestärkungsgesetz (RISG) am Freitag, den 20. September 2019 um 17 Uhr auf dem Bertha-von-Suttner-Platz am Düsseldorfer Hauptbahnhof
von Nicole Andres, EUTB-Beraterin Dortmund

Worum geht es?
Ein aktuelles Gesetzesvorhaben von Gesundheitsminister Jens Spahn sieht vor, dass beatmete Menschen zukünftig regelhaft in stationären Einrichtungen untergebracht werden, um sie dort professionell versorgen zu können. Ein Leben im häuslichen Umfeld mit Angehörigen und Freunden soll – auch aus Kostengründen – nur noch in besonderen Ausnahmefällen möglich sein. Bei der Prüfung soll die Einschätzung der Krankenkasse maßgeblich sein. Das Recht, mit ambulanter Intensivpflege zu Hause zu leben, soll vorzugsweise Menschen zustehen, die bereits aktiv am sozialen Leben teilhaben.

Unser Anliegen
Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf dürfen nicht gezwungen werden, in einer stationären Einrichtung zu leben. Sie haben das Recht, selbst zu entscheiden, wo und mit wem sie leben möchten. Dafür muss ihnen das Recht auf ambulante Intensivpflege uneingeschränkt erhalten bleiben. Dafür kämpfen wir!

Aufruf zur Demonstration
Wir planen für Freitag, den 20. September 2019 um 17 Uhr eine große Demonstration auf dem Bertha-von-Suttner-Platz hinter dem Düsseldorfer Hauptbahnhof. Eingeladen sind alle Betroffenen, Angehörige, Pflegekräfte und Interessierte, die mit uns für die Rechte von Menschen mit Behinderung, insbesondere Beatmungspatienten, kämpfen möchten. Es wird voll, laut und stark. Wir geben unser Signal mit Stimmen, Plakaten, Postern, Flyern, Trillerpfeifen, Ketten und allem, was Aufmerksamkeit erzeugt. Auch Familien und Kinder sind herzlich eingeladen. Nutzt den Messetag auf der Rehacare gerne für unsere anschließende Aktion. Wir brauchen jede Unterstützung!

Außerdem seid Ihr eingeladen, auf www.change.org eine Petition gegen das RISG zu unterschreiben.

Netzwerktreffen Wesel
Netzwerktreffen Wesel

Inklusive psychologische Beratung – Netzwerktreffen am Niederrhein

Für Menschen mit Beeinträchtigungen ist es oftmals schwierig, niederschwellige therapeutische Hilfen in Anspruch zu nehmen. Es fehlen Mitarbeiter*innen, freie Kapazitäten, Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung, Beratungskompetenzen für diese Zielgruppe, barrierefreie Räume und Finanzierungsmöglichkeiten. Daher setzt sich das KSL Düsseldorf für eine leicht zugängliche Implementierung der inklusiven psychologischen/psychosozialen Beratung für Menschen mit Behinderung im Regierungsbezirk ein.

Beim Netzwerktreffen tauschten sich Mitarbeiter*innen des KSL Düsseldorf, der Ehe-, Familien- und Lebensberatung Wesel, der KoKoBe der Kreise Wesel und Moers, des Caritasverbandes Essen, der Lebenshilfe Dinslaken und der Kinder- und Jugendpsychiatrie Wesel über ihre Erfahrungen aus und erläuterten Bedarfe. Die Teilnehmer*innen waren sich einig, dass nicht nur ein gezielteres Angebot, sondern auch ein größeres Bewusstsein für die Bedürfnisse behinderter Menschen in der Gesellschaft geschaffen werden muss. Dazu bedarf es beispielsweise kreativer Ideen, die Erlangung von Beratungskompetenzen durch eine gezieltere Ausbildung und die Klärung von Finanzierungsmöglichkeiten. Das Netzwerk möchte mehr Transparenz bei den Zugangswegen des Hilfesystems schaffen und bereits vorhandene Beratungsstellen bekannter machen. Daher soll eine Landkarte mit unterschiedlichen Beratungsangeboten regional begrenzt für den Kreis Wesel und den linken Niederrhein erstellt werden.

Das nächste Netzwerktreffen ist für Februar kommenden Jahres geplant. Interessenten können sich gerne bei Ellen Dieball melden: dieball@ksl-duesseldorf.de

 

KSL im SPZ
KSL im SPZ

Inklusion – überall dabei!

In einem kurzweiligen Vortrag zeigte Iris Colsman, Leiterin des KSL auf, wie sich das Kompetenzzentrum für die Inklusion von Menschen mit Behinderung einsetzt. Zu den Gästen gehörten unter anderem Betroffene, Mitarbeiter*innen von Selbsthilfegruppen und Sozialen Diensten und Genesungsbegleiter*innen.

Als eines von sechs Kompetenzzentren in NRW setzt sich das KSL Düsseldorf für eine inklusive Gesellschaft ein: „Menschen mit Beeinträchtigungen haben Rechte und wir unterstützen sie dabei, die Rechte durchzusetzen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Damit tragen wir aktiv zur weiteren Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bei“, hebt Colsman hervor.

Strukturelle Beratung für Institutionen und Verbände

Das Kompetenzzentrum leistet strukturelle Beratung für Institutionen und Verbände: „Wir begleiten zum Beispiel politische Partizipationsprozesse, helfen bei der Einrichtung von Behindertenbeiräten und veranstalten Seminare für Menschen mit Beeinträchtigungen, die eine politische Laufbahn einschlagen möchten“, erläutert Colsman. Dabei wendet sich das KSL an Menschen mit sämtlichen Beeinträchtigungen. In diesem Zusammenhang hob auch Kornelia Steeg, Leiterin des Sozialpsychiatrischen Zentrums, die Bedeutung der politischen Partizipation für psychisch beeinträchtigte Menschen hervor.

Ein wichtiges Anliegen des KSL ist es, Teilhabe zu ermöglichen. „So motivieren wir Menschen mit Beeinträchtigungen das Persönliche Budget zu nutzen und unterstützen in besonders komplexen Fällen bei der Beantragung von Eingliederungshilfen“, berichtet Colsman.

Als weiteren wichtigen Bereich hebt Colsman die psychologische Beratung hervor: „Menschen, die Lernschwierigkeiten haben, finden oft keine Beratungsstellen. Daher setzen wir uns als Kompetenzzentrum für eine flächendeckende Implementierung eines niederschwelligen psychologischen Beratungsangebotes im Regierungsbezirk Düsseldorf ein.“

Inklusive Kultur und gelebte Inklusion

Einmal im Jahr organisiert das KSL das inklusive Festival KulturTandem: „Vom 31. Oktober bis zum 24. November 2019 findet das KulturTandem in Krefeld statt. Es dient der Bewusstseinsbildung und zeigt, wie Inklusion gelingt “, berichtet Colsman und lädt die Gäste des Sozialpsychiatrischen Zentrums ein, das Festival zu besuchen.

Darüber hinaus veranstaltet das KSL Fachtage und Fortbildungen zu verschiedenen Themen und bietet für ehrenamtliche Lotsinnen und Lotsen („Betroffene beraten Betroffene“) Vertiefungstage und Arbeitstreffen an. Und auch das KSL selbst lebt Inklusion, indem es Mitarbeiter*innen mit Beeinträchtigungen beschäftigt.

Im Anschluss an den Vortrag herrschte bei den Zuhörer*innen reger Diskussionsbedarf, beispielsweise zu Themen wie bezahlbarem barrierefreiem Wohnraum, ehrenamtlichen Tätigkeiten von Menschen mit Behinderungen oder konkrete Hilfsangebote im Alltag.  

Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Veranstaltung ein gelungener Auftakt für eine zukünftige Zusammenarbeit war.